Venedig und Romantik – Künstlerisch gesehen
Venedig und seine Markuskirche zeigen ebenfalls verschiede Einflüsse unterschiedlicher Kulturen. Der Grundriss beschreibt ein griechisches Kreuz (Längst und Querbalken sind gleich lang). Fünf halbkugelförmige Kuppeln überspannen die Balken des Kreuzes. Jede Kuppel wird von vier Stützpfeiler getragen, zwischen den Pfeilern spannen sich Rundbögen über antike Säulen.
Wie in den orthodoxen Kirchen trennt auch hier eine Ikonostase, eine Bilderwand, die auf Säulen ruht, den Kirchenraum von Altar und Presbyterium. Durch die Fenster in Laterne und Tambure wird der Innenraum beleuchtet. Im oberen Bereich der Gewölbe, Wände und Kuppeln sind vollständig mit Mosaiken verkleidet. An diese Mosaike schliesst eine Verschalung aus kostbaren Marmorplatten an. Betrachtet man die Kirche von aussen sieht man eine Chronik über die Geschichte von Venedigs Wahrzeichen.
Um 1204 (nach dem vierten Kreuzzug) importierten die Venezianer Statuen, byzantinische Marmorintarsien und aus der römisch griechischen Vergangenheit archäologische Fundstücke. Um sie in die Seitenwände und die Fassade der Markuskirche zu integrieren. Durch diese unterschiedlichen Materialien, die dennoch mit grossem Gespür für Harmonie eingefügt wurden, erhielt die Kirche ihr unverwechselbares Aussehen.