Architektur und Kunst im Romanismus

Romanische Kunst fand sich in der Architektur durch innovativen Einsatz von Kreuzgratgewölben wieder.
Diese aus den Durchdringen zweier Tonnengewölbe entstandene Element wurde zwar bereits von den Römern verwendet, in der Romantik jedoch ganz bewusst zusammen mit den unterstützenden Pilastern oder Halbsäulen zur Gliederung des Langhauses in gleich grosse, später oft quadratisch Joche eingesetzt. Das römische Kreuzgewölbe ist eine schwere Konstruktion, deren grösstes technisches Problem der Gewölbeschub darstellt. Diesen Schub leitet der romanische Gurtbogen ab und wird dabei zunehmend von Rippen unterstützt, woraus sich später in der Gotik die Kreuzrippen – und Netzgewölbe entwickeln, die mit dünnen Steinplatten verschalt werden. Die Rippen münden wechselweise in Stützen und Säulen, wobei die stärkeren Stützen dem Schub des Hauptgewölbes standzuhalten haben.
Nach viel Zerstörung, Eroberungen und einer Zeit voller Angst und Schrecken kehrten Lichtblicke nach Europa und die Baukunst erhielt einen neuen Aufschwung, indem besonders die Kirchen und Klöster, welche nach wie vor die unumschränkte Macht und Hauptbauträger dieser Zeit waren, in teilweise neuen Gebieten errichtet wurden.
Kirchen und Kathedralen wurden gross genug entworfen, damit auch alle Gläubigen aus dem Umfeld zusammengeführt werden konnten. Der Grundriss der Basilika wurde durch ein Querhaus erweitert, unter dem Apsis mit Altar befand sich nun eine Krypta zum Aufbewahren von Reliquien. Die mächtigen Baukörper ist mit Kreuzgewölben überspannt wurden, welche von starken Stützpfeilern getragen werden. Dickere Mauern sind vor allem von aussen mit Stützpfeilern und Verstärkungen versehen, damit die durch die Eingänge durchbrochenen Fassaden dem Druck der Gewölbe standhalten können. Dieser Baustil breitete sich von Norditalien und der Lombardei durch reisende Handwerker und Bauschulen langsam nach Deutschland und Frankreich aus.
Ein Querschnitt durch die San Michele Kirche in Pavia wird deutlich, das eine räumliche Trennung von Frauen und Männern in Messen möglich war, indem die Gliederung des Gewölbes mit Rippen und Gurtbögen, die in gebündelten Pilaster zusammenlaufen sowie über die Seitenschiffe liegende Galerien aufweisen. Aber nicht nur das, so war auch die Frage der Statik, die Verteilung des Schubs auf die Seitenschiffe, geklärt. Die Fassade ist mit Blendarkaden, für lombardische Kirchen kennzeichnend, verziert.


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