Jede Region in Italien entwickelt einen eigenen architektonischen Stil, in den regionalen Traditionen und ähnliches mit einfliesst.
Eines der repräsentativsten Bauwerke dieser Zeit steht in Pisa und wurde von den Architekten Bucheto und Rainaldo entworfen. Die grandiose Architektur des Doms und der beiden Bauten an seiner Seite, der berühmte “schiefe Turm von Pisa” und das Baptisterium, spiegeln den wirtschaftlichen Aufstieg dieser Region wieder. Ebenfalls lassen sich orientsalische Einflüsse erkennen, die Innengestaltung mit schwarz und weissen Streifen, aber auch die schlanken Pilaster und der diffuse Lichteinfall sind typische orientalische Elemente. Die weisse Marmorfassade und der zylindrische Turm von einer sechsstöckigen Arkadengalerie umgeben, verleihen dem Bau Eleganz und Schönheit zugleich. Auch bei der Innengestaltung des Doms wurde mit dauerhaften Material gearbeitet, sowohl der prachtvollen Baldachin über den Altären als auch der Stuhl des Bischofs sind aus Marmor und reichlich verziert. Auch an die Eingangstüren lassen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung dieser Zeit raten, da auch hier Bronzereliefplatten diesen Bereich verschönern.
Aus Bonanno Pisano Hand entstanden die Bronzetüren des Doms von Pisa.
Hingegen in Sizilien wurden Einflüsse aus dem Norden auf ganz eigene Art und Weise umgesetzt. Die sizilianische Romantik stellt einen Schmelztiegel der besonderen Art dar, da hier mehrere kulturelle Faktoren zusammenkamen. Nach den Byzantinern folgten die Muslime und zum 13. Jahrhundert eroberten sich die Normannen, welche zuvor in der Normandie beheimatet waren, Sizilien. Die Architektur unter den Normannen bezieht Inspiration aus dem byzantinischen Baustil sowie aus dem Norden mit seinen massigen Strukturen, aber auch aus der maurischen Architektur mit seinen Spitzbögen.
Der Dom von Monreale bei Palermo wurde auf dem Höhepunkt der Normannen errichtet unter Wilhelm II (1172-1189). Der Kreuzgang, der bis heute erhalten geblieben ist, zeigt die arabischen Stilelemente. In diesem Bau werden gleich zwei Bau- und Dekorationsstile vereint, sowohl normannische Türme als auch arabische Bögen. Es entsteht ein origineller und eigenständiger Gesamteindruck.
Venedig und seine Markuskirche zeigen ebenfalls verschiede Einflüsse unterschiedlicher Kulturen. Der Grundriss beschreibt ein griechisches Kreuz (Längst und Querbalken sind gleich lang). Fünf halbkugelförmige Kuppeln überspannen die Balken des Kreuzes. Jede Kuppel wird von vier Stützpfeiler getragen, zwischen den Pfeilern spannen sich Rundbögen über antike Säulen.
Wie in den orthodoxen Kirchen trennt auch hier eine Ikonostase, eine Bilderwand, die auf Säulen ruht, den Kirchenraum von Altar und Presbyterium. Durch die Fenster in Laterne und Tambure wird der Innenraum beleuchtet. Im oberen Bereich der Gewölbe, Wände und Kuppeln sind vollständig mit Mosaiken verkleidet. An diese Mosaike schliesst eine Verschalung aus kostbaren Marmorplatten an. Betrachtet man die Kirche von aussen sieht man eine Chronik über die Geschichte von Venedigs Wahrzeichen.
Um 1204 (nach dem vierten Kreuzzug) importierten die Venezianer Statuen, byzantinische Marmorintarsien und aus der römisch griechischen Vergangenheit archäologische Fundstücke. Um sie in die Seitenwände und die Fassade der Markuskirche zu integrieren. Durch diese unterschiedlichen Materialien, die dennoch mit grossem Gespür für Harmonie eingefügt wurden, erhielt die Kirche ihr unverwechselbares Aussehen.
Mitte des 13. Jahrhunderts wurden bei der Gestaltung von Kirchen Mosaike vernachlässigt und durch Wand- und Tafelmalerei nach byzantinischem Vorbild ersetzt. In der Toskana blühte die Altarmalerei, wobei Kruzifixe bevorzug eingesetzt wurden. Die Malereien zeigen den ans Kreuz geschlagene Sohn Gottes und die schmerzensreiche Jungfrau Maria, sowie den heiligen Johannes.
Cimabue begann Ende des 13. Jahrhunderts sein Wirken in Florenz und gilt heute als der grösste Künstler der Tafelmalerei. Seine Heiligen Darstellungen wirken ausdrucksstark und lassen an hand der Kleidung, den byzantinischen Einfluss erkennen. In seinen Werken dominiert die Linie über der Form. Einer der hervorragendsten Maler Italiens, Duccio di Buoninsegna (1255-1319) aus Siena brach mit der byzantinischen Tradition und verliess sich in seinen Werken der Madonnen und Heiligen auf den Reiz der Schönheit der Farbe.
Giotto di Bondone (geb. Vespignano 1266- gestr. Florenz 1337) wird als Erneuerer der Italienischen Malerei angesehen und gilt als Wegbereiter der florentinischen Renaissance. In seinen Bilder erkennt man Bewegungen und deren plastische Wirkung, er wendet sich somit der Realität zu und der stilisierenden Vorbildern der byzantinischen Meister ab.
Die Fresken der in Padua stehenden Arenakapelle wurden von Giotto mit einem Tiefe zeigenden Raum ausgearbeitet in dem die Figuren perfekt eingebunden sind. Die Personen auf den Fresken vermitteln die Lehren der Bibel mit feierlichen Gesten, welche in bestechender Einfachheit und Klarheit ausgearbeitet sind.
Im 14. Jahrhundert begann ein regelrechter Wettkampf zwischen Giotto (Florenz) und Simone Martini (Siena). Beide Stile unterschieden sich dabei grundlegend von einander. Während Giottos Gestalten plastisch und realitätsnah gearbeitet wurden, sind die Figuren Simones bewusst der Realität entzogen und drücken Grazie, Leichtigkeit und Heiterkeit aus.
Seine Werke bestechen durch die Schönheit der Farbe und gleichzeitig scheinen die Figuren körperlos und leicht.
Vielleicht finden Sie in den Kunst Kleinanzeigen weitere Angebote die Sie interessieren könnte.
Allegorische und beschreibende Bilder sollten den neu gewonnenen Reichtum der Städte und den Wohlstand der Obrigkeit festhalten, es sollte zur Schau gestellt werden wie unter ihrer Regierung sich alles zum Wohlstand gewandelt hat. Die Maler bekamen die Aufgabe in ihren Werken genau diese Szenen dar zustellen. Ein schönes Beispiel dazu ist von Ambrogio Lorenzetti, einem Maler aus Siena, in dem Wandfresko “Die gute und die schlechte Regierung” an Sienas Rathaus. Es zeigt in provokanter und moralischer Weise das Leben zu dieser Zeit, mit einer Darstellung von den guten Tugenden sowie auch den Schreckenszenarien mit all ihren Schattenseiten.