Venedig und seine Markuskirche zeigen ebenfalls verschiede Einflüsse unterschiedlicher Kulturen. Der Grundriss beschreibt ein griechisches Kreuz (Längst und Querbalken sind gleich lang). Fünf halbkugelförmige Kuppeln überspannen die Balken des Kreuzes. Jede Kuppel wird von vier Stützpfeiler getragen, zwischen den Pfeilern spannen sich Rundbögen über antike Säulen.
Wie in den orthodoxen Kirchen trennt auch hier eine Ikonostase, eine Bilderwand, die auf Säulen ruht, den Kirchenraum von Altar und Presbyterium. Durch die Fenster in Laterne und Tambure wird der Innenraum beleuchtet. Im oberen Bereich der Gewölbe, Wände und Kuppeln sind vollständig mit Mosaiken verkleidet. An diese Mosaike schliesst eine Verschalung aus kostbaren Marmorplatten an. Betrachtet man die Kirche von aussen sieht man eine Chronik über die Geschichte von Venedigs Wahrzeichen.
Um 1204 (nach dem vierten Kreuzzug) importierten die Venezianer Statuen, byzantinische Marmorintarsien und aus der römisch griechischen Vergangenheit archäologische Fundstücke. Um sie in die Seitenwände und die Fassade der Markuskirche zu integrieren. Durch diese unterschiedlichen Materialien, die dennoch mit grossem Gespür für Harmonie eingefügt wurden, erhielt die Kirche ihr unverwechselbares Aussehen.
Mitte des 13. Jahrhunderts wurden bei der Gestaltung von Kirchen Mosaike vernachlässigt und durch Wand- und Tafelmalerei nach byzantinischem Vorbild ersetzt. In der Toskana blühte die Altarmalerei, wobei Kruzifixe bevorzug eingesetzt wurden. Die Malereien zeigen den ans Kreuz geschlagene Sohn Gottes und die schmerzensreiche Jungfrau Maria, sowie den heiligen Johannes.
Cimabue begann Ende des 13. Jahrhunderts sein Wirken in Florenz und gilt heute als der grösste Künstler der Tafelmalerei. Seine Heiligen Darstellungen wirken ausdrucksstark und lassen an hand der Kleidung, den byzantinischen Einfluss erkennen. In seinen Werken dominiert die Linie über der Form. Einer der hervorragendsten Maler Italiens, Duccio di Buoninsegna (1255-1319) aus Siena brach mit der byzantinischen Tradition und verliess sich in seinen Werken der Madonnen und Heiligen auf den Reiz der Schönheit der Farbe.
Giotto di Bondone (geb. Vespignano 1266- gestr. Florenz 1337) wird als Erneuerer der Italienischen Malerei angesehen und gilt als Wegbereiter der florentinischen Renaissance. In seinen Bilder erkennt man Bewegungen und deren plastische Wirkung, er wendet sich somit der Realität zu und der stilisierenden Vorbildern der byzantinischen Meister ab.
Die Fresken der in Padua stehenden Arenakapelle wurden von Giotto mit einem Tiefe zeigenden Raum ausgearbeitet in dem die Figuren perfekt eingebunden sind. Die Personen auf den Fresken vermitteln die Lehren der Bibel mit feierlichen Gesten, welche in bestechender Einfachheit und Klarheit ausgearbeitet sind.
Im 14. Jahrhundert begann ein regelrechter Wettkampf zwischen Giotto (Florenz) und Simone Martini (Siena). Beide Stile unterschieden sich dabei grundlegend von einander. Während Giottos Gestalten plastisch und realitätsnah gearbeitet wurden, sind die Figuren Simones bewusst der Realität entzogen und drücken Grazie, Leichtigkeit und Heiterkeit aus.
Seine Werke bestechen durch die Schönheit der Farbe und gleichzeitig scheinen die Figuren körperlos und leicht.
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