Renaissance: Im 15. und 16. Jahrhundert lösen sich die Künste von der Abhängigkeit der Kirche als Auftraggeber. Als Zeichen von Reichtum und Besitz war es nun am Adel und reichen Bürgern ihr Räume und Paläste mit Skulpturen und Malereien auszustatten.
Damit ändern sich auch die dargestellten Inhalte, die nun nicht mehr nur religiös sind. Künstler werden anerkannt, sie werden nicht mehr nur als Handwerker gesehen. Es beginnt eine neue Kreativität. In dieser Zeit wird auch die Perspektive entdeckt, was die Darstellung von Räumen expressiver macht.
Der Mensch an sich rückt wieder in den Mittelpunkt der Interesse und man orientiert sich an Traditionen der Antike, mit dem Gedanken die Schönheit und Harmonie wiederaufleben zu lassen.
Diese vielseitigen kulturellen, künstlerischen und politischen Einflüssen wurden Renaissance genannt, um den Bruch zum Mittelalter zu verdeutlichen. Von Italien aus begann die Renaissance ihre Eroberung, nach den Beispielen der Medici in Florenz viele wohlhabende Kunstmäzene ( Montefeltro – Urbino, Sforza und Visconti – Mailand… ) taten es ihnen gleich und verschönerten ihre Städte mit prächtigen Palästen.
Später riefen auch die Päpste die Meister aller Kunstrichtungen nach Rom, um Werke zu erschaffen, die heute noch als kulturelles Erbe und Kunstschätz Roms gilt.
Der erste Erneuerer Tommaso di Giovanni (geb. San Giovanni Valdarno 1401- gest. Rom 1428) alias Masaccio – während seiner Schaffens Phase schuf er Fresken der Brancacci Kapelle in der Kirche Santa Maria del Carmine in Florenz.
Bild: die Vertreibung Adams und Eva nach dem Sündenfall,
das Leben Christi und die Wunder des hl. Petrus
beide Bilder ergeben ein Bild – perspektivische Darstellung des Raumes, sowie die Anordnung der Figuren im Raum sind realistisch.
Durch Hell – Dunkel Malerei löst er sich gänzlich vom gotischen Stil und arbeitet dadurch die Figuren plastisch heraus. Er mal realistisch, menschlich, nicht verschönt, kleidet sie dabei einfach und lässt durch Licht und Schatten Dreidimensionen entstehen. Es entstehen Bilder mit Gefühlen tiefer Frömmigkeit ohne Schnörkel und drücken ein neues Selbstbewusstsein der Menschen aus.
Perspektivische Darstellung beginnt mit Filippo Brunelleschi , der zu geometrischen Definitionen des Raumes beginnt. Am beliebtesten bleibt die Zentralperspektive, denn sie liess eine symmetrische Komposition und klare Darstellung der im Vordergrund, in der Nähe des Betrachters liegende Figuren und Objekte zu. Ein Beispiel hierfür Carlo Crivelli Verkündigung.
Himmel als Deckenmalerei wurde erstmals von Andrea Mantegna (1431-1506) im Camera degli Sposi im Herzogspalast zu Mantua agewandt. Das Besondere hierbei war, das die Zentralperspektive stark verkürzt von unten nach oben dazu genutzt wurde, das die Illusion einer offenen Decke zustande kam wodurch ein Stück Himmel zu sehen ist. Diese Art der Deckenbemalung wurde oft und gern zur Gestaltung diverser Fresken gebraucht.
Leonardo da Vinci (Vinci 1452 – Cloux 1519) nahm bereits Ende des 15 Jahrhundert die Malerei des 16. Jahrhunderts vorweg und begründete so ihre wichtigsten Prinzipien.
Als Naturwissenschaftler war ihm Beobachtung und Realität sehr wichtig, so war er der erste der nicht nur Licht als Effekt benutze, sondern auch das Personen oder Gegenstände mit der Umgebung zu vereinigen und somit keine nicht mehr von der Umgebung abhoben.
Da Vinci entwickelte eine andere Art der Perspektive – die Luftperspektive, die Elemente Luft, Licht und Dunst verdeutlichen ebenfalls den Eindruck von Tiefe. Die Farben werden nach hinten hin blasser und schwächer und erwecken so den Effekt von Räumlichkeit.
( Bsp. Felsenmadonna)
“Die Botschaft Leonardos hat keinen religiösen Inhalt. Er ist der erste modere Künstler, der seine Geschichte nicht erzählt, um den Betrachter zu erziehen oder zu belehren. Erdrückt seine künstlerische Sicht der Welt aus, in der Macht und die Natur, das Heilige und das Profane Teil ein- und desselben Ganzen sind.”
Inspiriert von Da Vinci arbeitete der venezianische Künstler Giorgione da Castelfranco Veneto (1478-1510) weiter an der Luftperspektive, auch er malte seine Figuren mit weichen Konturen und sanften Übergängen zwischen Licht und Schatten, die die Technik des Sfumato so schön machen. Bei ihm nehmen Landschaft und Natur eben so viel Platz ein wie die Figuren, die allegorische Bedeutung tritt in den Hintergrund. Nach dem Tode (Pest) führte sein Freund Tiziano Vecellio (1490-1576) die Experimente mit Licht, Farben und Atmosphäre weiter. Er war Meister der Farben und mythologischen Motive, sowie der Sakralmalerei. (Bsp. Die Himmelfahrt der Maria) Er bediente sich einer solchen Farbenpracht, das es ihm beinahe den Kirchenbann einbrachte.