Aber nicht nur in Italien wurde die Renaissance weiterentwickelt auch hinter den Alpen. Nach dem Niedergang vieler Höfe zu Beginn des Jahrhunderts wurde Rom zu einem der bedeutenden Metropolen für Künstler. Raffael Santi (1483-1520) und sein ausgeglichenes Wesen waren weit gerühmt und so spiegelt sich auch in seinen Bildern diese Harmonie und Ausgeglichenheit wieder. Ihm gelang es immer wieder Schönheit und Harmonie zu vereinen. Auch er arbeitete mit Licht und Schatten unter Benutzung warmer Farben. Ihm waren die Fresken in den Wohn – und Arbeitsräumen des Vatikans anvertraut. In seinen Bildern finden sich den höchsten Ausdruck der klassischen Renaissance wieder.
Renaissance typisch stellt er bewegte Figuren in verschieden grossen Gruppen dar.
Die Dachfresken der sixtinischen Kapelle wurde von Michelangelo (1475-1564) einem der zahlreichen Nachfolger von Raffael gestaltet auf Anraten von Papst Julius II.
Das kolossale Werk zeigt das alte Testament, wobei alle Episoden durch architektonische Rahmen abgegrenzt werden. Sein Auge für die Anatomie der Menschen werden kraftvoll und dynamisch umgesetzt.
Zuletzt war noch ein extremes Experiment der Renaissance Antonio Allegri (1493-1534) alias Correggio lies die barocke Perspektive Verliebtheit und Illusionsmalerei um 100 Jahre vorwegnehmen. Er studierte die menschliche Anatomie genau und bildete Figuren in den schwierigsten Posen ab. Ihm gelang es den Menschen seiner Bilder glaubhaft das Fliegen beizubringen, welches man auf der Kuppel des Doms von Parma in der Himmelfahrt der Maria in einem Wirbel von Engeln die Jungfrau zum Himmel getragen wird. Die Ausgewogenheit der Renaissance, das harmonische Gleichgewicht geht verloren, die Figuren werden länger, die Bewegungen überzeichnet und die Farbgebung bevorzugt intensive Kontraste. – Manierismus
In den ersten Jahrhunderten des Mittelalters bricht das belagerte und durch Invasionen geschwächte Europa in sich zusammen.
Die sonst so stolzen Städte verfallen, die Wirtschaft zerbricht, Handel und Gewerbe kommen fast zu Stillstand oder erleiden grosse Einbussen.
Auf dem Gebiet der Kunst ist in dieser Zeit alles in Bewegung und Wandel. Neue Einflüsse aus den Norden, Schmiede und Metallarbeiten, aber auch meisterhafte Bauarbeiten der Araber haben einen Einfluss auf diese Epoche.
Auch die heute noch bestehenden Burgen gehen auf diese Zeit zurück.
Gegen Ende des 1. Jahrhunderts bilden sich in Europa schliesslich neue Strukturen heraus, deren hervorstechendstes Merkmal starke religiöse Spannungsfelder sind.
Die Entwicklung neuer Städte und damit verbundenen religiösen Orden führt zu neuen charakteristischen architektonischen Formen. Hier entstehen auch neue Betätigungsfelder für Bildhauer, Architekten, Maler und Kunsthandwerker.
Der romanische Stil mit seiner nüchternen Strenge und die Gotik mit den immer höheren, schlankeren und ausdruckvolleren Strukturen und Formen haben ihren festen Platz in der Kunstgeschichte.
In der ersten Hälfte des Mittelalter (5.-7. Jahrhundert) wurden durch die Wanderung der Völker aus dem Norden und Osten Europas, die es meisterhaft verstanden aus Metall und dem Fassen von Edelsteinen Schmuckstücke wie Kronen, Amuletten, Gewänder, Geschmeide und ähnliches herzustellen, Fuss zufassen. In der Zeit der Christianisierung erhielten dadurch viele Kirchen Schmuckstücke und Wertgegenstände aus Gold, Silber und Elfenbein sowie mit kostbaren Edelsteinen.
Ebenfalls fanden sich in den heiligen Schriften durch jahrzehnte lange Arbeiten der Mönche kunstvolle Handarbeiten mit prächtigen Initialen, welche durch reichhaltige Verziehrungen und Ornamente hingebungsvoll erschaffen wurden. Um den Seiten einen ebenbürtigen Einband zu verleihen, bestanden die Buchhüllen aus Gold und Silber auch hier reichlich mit Edelsteinen verziert.
Romanische Kunst fand sich in der Architektur durch innovativen Einsatz von Kreuzgratgewölben wieder.
Diese aus den Durchdringen zweier Tonnengewölbe entstandene Element wurde zwar bereits von den Römern verwendet, in der Romantik jedoch ganz bewusst zusammen mit den unterstützenden Pilastern oder Halbsäulen zur Gliederung des Langhauses in gleich grosse, später oft quadratisch Joche eingesetzt. Das römische Kreuzgewölbe ist eine schwere Konstruktion, deren grösstes technisches Problem der Gewölbeschub darstellt. Diesen Schub leitet der romanische Gurtbogen ab und wird dabei zunehmend von Rippen unterstützt, woraus sich später in der Gotik die Kreuzrippen – und Netzgewölbe entwickeln, die mit dünnen Steinplatten verschalt werden. Die Rippen münden wechselweise in Stützen und Säulen, wobei die stärkeren Stützen dem Schub des Hauptgewölbes standzuhalten haben.
Nach viel Zerstörung, Eroberungen und einer Zeit voller Angst und Schrecken kehrten Lichtblicke nach Europa und die Baukunst erhielt einen neuen Aufschwung, indem besonders die Kirchen und Klöster, welche nach wie vor die unumschränkte Macht und Hauptbauträger dieser Zeit waren, in teilweise neuen Gebieten errichtet wurden.
Kirchen und Kathedralen wurden gross genug entworfen, damit auch alle Gläubigen aus dem Umfeld zusammengeführt werden konnten. Der Grundriss der Basilika wurde durch ein Querhaus erweitert, unter dem Apsis mit Altar befand sich nun eine Krypta zum Aufbewahren von Reliquien. Die mächtigen Baukörper ist mit Kreuzgewölben überspannt wurden, welche von starken Stützpfeilern getragen werden. Dickere Mauern sind vor allem von aussen mit Stützpfeilern und Verstärkungen versehen, damit die durch die Eingänge durchbrochenen Fassaden dem Druck der Gewölbe standhalten können. Dieser Baustil breitete sich von Norditalien und der Lombardei durch reisende Handwerker und Bauschulen langsam nach Deutschland und Frankreich aus.
Ein Querschnitt durch die San Michele Kirche in Pavia wird deutlich, das eine räumliche Trennung von Frauen und Männern in Messen möglich war, indem die Gliederung des Gewölbes mit Rippen und Gurtbögen, die in gebündelten Pilaster zusammenlaufen sowie über die Seitenschiffe liegende Galerien aufweisen. Aber nicht nur das, so war auch die Frage der Statik, die Verteilung des Schubs auf die Seitenschiffe, geklärt. Die Fassade ist mit Blendarkaden, für lombardische Kirchen kennzeichnend, verziert.